Plan für SüdLink nicht ausgereift

28.09.2016

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Gestern Abend (27.09.2016) informierte der Übertragungsnetzbetreiber TenneT während eines Infoabends in Eisenach über Planungen zum bevorstehenden Antragsverfahren für die Hochspannungsgleichstromübertragung SüdLink. Demnach werden auch neue Routenverläufe durch Westthüringen vorgeschlagen. Dazu erklärt Roberto Kobelt, energiepolitischer Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag:

„Die gestern kurzfristig bekannt gewordenen Großplanungen überfordern die Verantwortungsträger in Kommunen und Landkreisen. Es entsteht der Eindruck, dass die örtlich Beteiligten überrollt und die Bedürfnisse der lokalen Infrastruktur und des Naturschutzes nicht angemessen berücksichtigt werden.“

„Thüringen trägt in Deutschland die größte Verantwortung für das Grüne Band“, fährt Kobelt fort. „Bis Ende 2018 wollen wir die auf 763 Kilometern vom Todesstreifen zur Lebenslinie gewordene ehemalige innerdeutsche Grenze als Nationales Naturmonument ausweisen. Wir setzen uns für eine Beschleunigung des Ausweisungsprozesses ein, damit dieser Bereich des Naturschutzgesetzes in der Variantenuntersuchung zu einer Entscheidung berücksichtigt werden kann.“

Grundsätzlich fordert der Parlamentarier: „Die Thüringer Interessen müssen im Verfahren gestärkt werden. Der Vorrang der Erdverkabelung ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, Thüringen kann jedoch nicht allein drei von vier Nord-Südverbindungen tragen. Das ist unverhältnismäßig und führt zu einer Überbelastung der Thüringer Naturräume. Wir setzen uns dafür ein, dass die ursprüngliche Variante des SüdLinks vorrangig weiterverfolgt wird.“

„Hinzu kommt, dass bei der ungleichen Verteilung der Netzentgelte Transitländer wie Thüringen überproportional belastet werden. Die Kosten für die Leitung auf Thüringer Gebiet bleiben bei den Thüringer Verbraucherinnen und Verbrauchern hängen. Die Südländer mit ihren weitaus größeren Energiebedarfen werden hingegen aus unserer Sicht nicht ausreichend an den Kosten für die Netzentgelte beteiligt. Da muss eindeutig gegengesteuert werden“, schließt Kobelt.

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