Überfällig: Dienstwagenprivileg abschaffen
Der dicke Cayenne, das Statussymbol einiger Selbständiger, ist für diese auch ein guter Deal. Der Kaufpreis wird über die Firma abgesetzt (statt Steuer zu zahlen) und der Privatnutzungsanteil wird auf Teufel komm raus runter gerechnet. Tipps und Tricks gibt es da genug. Im schlimmsten Fall versteuert man(n) zum persönlichen Steuersatz ein Prozent des Listenpreises. Wenn vorher das Einkommen fast auf Null gedrückt wurde, ist das nicht viel – oder sogar nichts.
Das Autoland Deutschland leistet sich auf diese Weise eine Subventionierung großer „verbrauchsstarker“ Fahrzeuge in Höhe von über drei Milliarden Euro pro Jahr. „Diesen Zustand wollen wir ändern“, sagt Jennifer Schubert, unsere verkehrspolitische Sprecherin. Deshalb hat die Landtagsfraktion in Anlehnung an die Grünen im Bundestag einen Antrag eingebracht, der die Besteuerung von Dienstfahrzeugen so umgestalten soll, dass Fahrzeuge, die über 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen nur noch eingeschränkt absetzbar sind. Fahrzeuge mit mehr als 240 Gramm wären nach diesem Vorschlag gar nicht mehr absetzbar. Im Gegensatz dazu sollten Autos, die weniger als 60 Gramm ausstoßen, besonders gefördert werden, um damit einen besonderen Anreiz für alternative Antriebe zu schaffen.
Die SPD-Fraktion hat sich wieder mal entgegen eigener Überzeugung der Koalitionsräson gebeugt. Dabei ist die Überprüfung der Dienstwagenbesteuerung ein unerledigter Auftrag der Bundesregierung. Schade. Wieder hat die große Koalition eine Chance vergeben, über den Bundesrat Druck zu machen und diese überfällige Reform auf den Weg zu bringen.
Kategorien: Jennifer Schubert, InfoGRÜN



Detailansicht
Zurück zu: Startseite